ENERGIE-NEWS
17. Oktober 2011
Handelsblatt
Mega-Hochzeit in der US-Energiebranche
In der US-Energiebranche kommt es zu einer Megafusion. Der Pipeline-Konzern Kinder Morgan erwirbt für 38 Milliarden Dollar...
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04. April 2011
Handelsblatt Online
Obama will US-Ölimporte kürzen
Die Internationale Energie-Agentur erwartet bis 2035 ein starkes Nachfrageplus in Schwellenländern - Erdöl bleibt wichtigster fossiler Brennstoff.
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Nach Wunsch von Barack Obama sollen die Öl-Importe der USA innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel sinken. Damit soll eine langfristige Energieversorgung gesichert und die Abhängigkeit vom Öl-Markt verhindert werden.
Die USA sollen nach einem neuen Plan von Präsident Barack Obama ihre Öl-Importe innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel kürzen. „Wir werden immer wieder ein Opfer der Verwerfungen am Öl-Markt werden, bis wir mit einer langfristigen Politik für sichere, kostengünstige Energie ernst machen“, sagte Obama in einer Rede am Mittwoch. Schon zuvor waren die vier Kernpunkte der neuen Strategie bekanntgeworden: Eine Steigerung der einheimischen Energieproduktion, effizientere Autos und Lastwagen, die Förderung von erdgasbetriebenen Fahrzeugen und ein zunehmender Einsatz von Biokraftstoffen. Obama wende sich damit gezielt dem Prinzip einer gesicherten Energieversorgung zu, sagte ein Regierungsvertreter.
In der Rede selbst erklärte Obama, er werde im Sommer die Einführung neuer Grenzen für den Verbrauch bei Lastwagen und dann im Herbst für Autos vorschlagen. Zudem müssten die amerikanischen Bundesbehörden bis 2015 ausschließlich Fahrzeuge kaufen, die zu 100 Prozent elektrisch, mit alternativen Kraftstoffen oder hybrid angetrieben würden. Obama warnte jedoch: „Es gibt keine schnellen Lösungen.“ Gegenwärtig stammt mehr als die Hälfte des in den USA verbrauchten Öls aus dem Ausland. In der amerikanischen Politik spielt die Forderung nach der „energy security“ - der gesicherten Energieversorgung insbesondere durch einheimische Quellen - eine wichtige Rolle.
Mit dem Thema verbunden sind zentrale geopolitische und militärische Fragen. Zwar sind die zwei größten Lieferanten die Nachbarstaaten Kanada und Mexiko. Dahinter folgen jedoch Saudi-Arabien und Venezuela. Zudem hat die Krise in dem Förderland Libyen den Öl-Preis so weit hochgetrieben, dass der Benzinpreis in den USA auf die psychologisch wichtige Marke von vier Dollar je Gallone (etwa 0,75 Euro je Liter) zusteuert. Dies könnte nicht nur eine Erholung der amerikanischen Wirtschaft bremsen, sondern auch bei dem Präsidentschaftswahlkampf 2012 eine wichtige Rolle spielen.
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04. April 2011
Handelsblatt Online
BHP drängt in US-Gasmarkt
BHP Billiton steigt durch eine milliardenschwere Übernahme in den rasant wachsenden US-Gasmarkt ein. Dafür investiert der weltgrößte Bergbaukonzern eine Milliardensumme.
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BHP will im Bundesstaat Arkansas Gas aus Einlagerungen in Schiefer gewinnen. Dafür kauft das australische Unternehmen für 4,75 Milliarden Dollar die Mehrheit am Fayetteville-Schiefergasfeld. Verkäufer der 75-Prozent-Beteiligung ist der zweitgrößte US-Gasproduzent Chesapeake, der mit den Einnahmen Schulden abbauen will.
BHPs Schritt lässt sich als Kampfansage an die internationalen Energieriesen und Chinas Staatskonzerne bewerten, die um die weltweiten Rohstoffreserven wetteifern.
Asiens größter Öl- und Gasproduzent PetroChina legte erst diesen Monat 5,4 Milliarden Dollar auf den Tisch, um sich an einem Schiefergas-Projekt in Kanada zu beteiligen. Solche Projekte gelten zwar als kostspielig, bieten der Branche aber langfristig attraktive Perspektiven.
Der Chef des BHP-Mineralölgeschäfts, Michael Yaeger, kündigte an, der Konzern wolle im kommenden Jahrzehnt bis zu eine Milliarde Dollar jährlich in Arkansas investieren. Dadurch soll die Förderung in dem Schiefergasfeld verdreifacht werden.
Durch die Übernahme, für die BHP seine Bargeldreserven antasten will, steigen die Gasvorräte des Konzerns um fast die Hälfte. Mit dem Widerstand der Wettbewerbsbehörden rechnet BHP nicht.
Es ist der erste große Zukauf für BHP in der jüngeren Zeit.
In den vergangenen drei Jahren waren drei große Projekte gescheitert, darunter der Kauf des Düngemittelherstellers Potash und die Übernahme des Konkurrenten Rio Tinto.
Die BHP-Aktie schloss in Sydney 1,6 Prozent fester und wurde auch in London 1,2 Prozent höher gehandelt.
10. November 2010
Handelsblatt Online
China treibt Energiepreise
Die Internationale Energie-Agentur erwartet bis 2035 ein starkes Nachfrageplus in Schwellenländern - Erdöl bleibt wichtigster fossiler Brennstoff.
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Regine Palm Düsseldorf Schwellenländer wie Indien und China werden den globalen Energiebedarf weiter in die Höhe treiben. Bedient wird die steigende Nachfrage unter anderem durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien, prognostiziert die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrem World Energy Outlook 2010. Dennoch drohen speziell am Ölmarkt steigende Preise.
"Die wachsende Bedeutung Chinas auf dem Weltenergiemarkt kann nicht genug betont werden", unterstreicht die IEA in ihrem Ausblick bis 2035. Nach vorläufigen Daten habe China die USA schon 2009 als weltgrößter Energieverbraucher abgelöst. Dies sei umso bemerkenswerter, als die Volksrepublik noch im Jahr 2000 nur halb so viel Energie verbraucht habe wie die Amerikaner.
Vom Anstieg des weltweiten Energiebedarfs bis 2035 gehen allein 36 Prozent auf das Konto Chinas, schätzt die IEA. Das asiatische Schwellenland werde dann 75 Prozent mehr Energie verbrauchen als 2008 und seinen Anteil am globalen Bedarf von 17 auf 22 Prozent steigern. Der Energieverbrauch Indiens soll sich in den nächsten 25 Jahren mehr als verdoppeln.
Weltweit wird der Primärenergieverbrauch nach den IEA-Prognosen um 36 Prozent zulegen. 2008 lag er bei rund 12,3 Mrd. Rohöleinheiten (Verrechnungsgröße, die verschiedene Energieträger vergleichbar macht). 2035 werden es 16,7 Mrd. sein. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 1,2 Prozent. Der Nachfragezuwachs hat sich damit etwas verlangsamt, denn von 1980 bis 2007 lag die Jahresrate noch bei zwei Prozent.
Bei ihrer Prognose unterstellt die Energie-Agentur ein "Szenario neuer energiepolitischer Rahmenbedingungen", das Regierungszusagen und -pläne zur Verringerung der Treibhausgase und zur Abschaffung von Subventionen auf fossile Brennstoffe berücksichtigt. Die Pariser Organisation fürchtet allerdings, "dass diese Verpflichtungen relativ zurückhaltend umgesetzt werden".
Erneuerbare Energien hängen am staatlichen Tropf.
Laut IEA wird die Nachfrage nach allen Energieträgern zunehmen. Erdöl bleibe aber der wichtigste fossile Brennstoff mit einem Anteil von 28 Prozent am Primärenergieverbrauch 2035. Bei Kohle werde die Nachfrage bis 2025 steigen, danach aber leicht fallen. Wenig Chancen räumt die IEA auch der Kernkraft ein, auf die künftig acht Prozent entfallen sollen. Eine immer wichtigere Rolle werde Erdgas spielen - nicht zuletzt mit Blick auf den hohen Bedarf Chinas.
Wichtiger werden sollen insbesondere erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie, Geothermie oder Biomasse. Ihr Anteil am Energiemix wird sich der Prognose zufolge von sieben auf 14 Prozent erhöhen. "Das Potenzial ist zweifellos immens", schreibt die IEA. Wie schnell sich dies generieren lasse, hänge aber entscheidend von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen ab.
An der Preisfront gibt die Agentur keine Entwarnung: "Der Preis wird steigen", sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol der Nachrichtenagentur Reuters. Dies gelte besonders dann, wenn die Länder ihren Ölverbrauch - vor allem im Transportwesen - nicht drosselten. Bis 2035 soll ein Barrel Rohöl (rund 159 Liter) durchschnittlich 113 Dollar kosten. Gestern notierte ein Barrel der Nordseesorte Brent bei fast 88 Dollar, so hoch wie zuletzt vor zwei Jahren. Unterstützt durch die Schwäche der US-Währung hat der Preis allein seit Ende August rund 15 Dollar zugelegt. Öl wird wie andere Rohstoffe zur Absicherung gegen einen fallenden Dollar gekauft.
GLOSSAR
Internationale Energie-Agentur (IEA) Die Organisation mit Sitz in Paris wurde während der Ölkrise 1973/74 mit dem Ziel gegründet, Versorgungsengpässe bei künftigen Krisen zu vermeiden. So stellten die Mitgliedstaaten 60 Mio. Barrel Öl aus ihren Reserven bereit, nachdem der Hurrikan "Katrina" 2005 schwere Schäden an Ölanlagen am Golf von Mexiko angerichtet hatte.
Inzwischen versteht sich die IEA aber mehr als Expertenorganisation, die die Regierungen der 28 Mitgliedsländer in Energiefragen berät. Energieeffizienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit gehören heute zu den Arbeitsschwerpunkten der Energie-Agentur. Getragen wird sie vor allem von den reichen Industrieländern, denn alle IEA-Mitglieder gehören auch der OECD an. Große Schwellenländer wie China und Indien, die für die künftige globale Energieversorgung zentrale Bedeutung haben, sind nicht vertreten.
Palm, Regine
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